Hermann, der Kult-Kuchen – ein Revival

Kennt ihr Hermann?

Hermann ist ein Kuchen, der über 10 Tage gehegt und gepflegt werden möchte. Hin und wieder wird er auch gefüttert und wenn er dann gebacken wird, wird man schlagartig in seine Kindheit zurückkatapultiert.

Ich kann mich noch an unsere Hermann-Zeit in den 80ern erinnern, und wenn es Hermann gab, dann war der einfach nur lecker.

Wenn man im Freundeskreis nach ihm fragt, dann kennt fast jeder Hermann, die Tradition, wie er eine zeitlang ein weiteres Familienmitglied wird und wie lecker der doch war.

Hermann war im Grunde ein Kettenbrief der netten Sorte.

Denn wenn man seinen Hermann 10 Tage durchgebracht hatte, wurde man nicht nur mit einem leckeren Kuchen belohnt, sondern konnte auch gleich noch zwei weitere Freunde mit einem Hermann-Baby beglücken, das dann zu pflegen war.

 

Und was macht man, wenn man Lust auf Hermann hat, aber keinen Teigansatz zur Verfügung?

Ich habe mir meinen eigenen Hermann gezüchtet und habe das anschließende Backergebnis auch zum Test verkostet.

Fazit von Freunden und Familie: „Der schmeckt genau wie früher.“

Habt ihr auch Lust auf ein Hermann-Revival?

Ein bisschen Geduld braucht es schon, da der erste Hermann fast 14 Tage braucht, bis er zu genießen ist, aber die Geduld wird dann auch garantiert belohnt.

Hier meine Anleitung dazu:

Hermann ist ein bisschen empfindlich, er mag kein Metall.

Bitte verwendet nur Holz- oder Kunststofflöffel und verwahrt ihn am besten in einer Glas-, Porzellan oder Kunststoff-Schüssel. Wer in der guten alten „Tupperzeit“ groß geworden ist, hat bestimmt noch irgendeine Schüssel mit Deckel übrig.

Grundteig zur neuen Hermannzucht:

  • 1/2 Würfel Hefe
  • 1 EL Zucker
  • 200 ml Wasser
  • 100 g Mehl

Hefe in lauwarmen Wasser auflösen mit Zucker und Mehl mischen und zwei Tage an einem warmen Ort stehen lassen und ab und zu umrühren.
Anschließend das Ganze 24 h in den Kühlschrank stellen.

 

Danach ist der Teig als Grundteig zu verwenden, als wenn man einen Hermann-Ableger bekommen hätte.

Dann mal los!

  1. Tag – ruhen lassen
  2. Tag – umrühren
  3. Tag – umrühren
  4. Tag – umrühren
  5. Tag – füttern
  6. Tag – umrühren
  7. Tag – umrühren
  8. Tag – umrühren
  9. Tag – umrühren
  10. Tag – füttern, in vier Teile teilen (ca. á 200 ml) und backen.

Fütterung:

  • 1 Tasse Zucker (150 g)
  • 1 Tasse Mehl (100 g)
  • 1 Tasse Milch (150 ml)
  • Zum Füttern verrührt ihr die Zutaten am besten in einer separaten Schüssel (hier kann auch ein Metallschneebesen verwendet werden), bis alle Mehlklumpen glattgerührt sind.
  • Anschließend diese Mischung mit einem Holz- oder Kunststofflöffel unter die Grundmasse rühren.

 

Backen:

Nachdem der Hermannteig am 10. Tag noch ein letztes Mal gefüttert wurde, wird er in vier Teile geteilt (jeder Teil entspricht ca. 200 ml).

Zum Backen wird ein Teil benötigt, mit einem Teil kann man einen neuen Hermann ansetzen und die zwei übrigen Teile sind zum Verschenken gedacht.

Man kann die Portionen aber auch einfrieren und zum späteren Zeitpunkt nochmal aktivieren oder verbacken.

Zum Backen darf man auch eine Küchenmaschine oder einen Mixer mit Metall verwenden, das erleichtert das Ganze doch ungemein.

Hier das Backrezept für den Hermann, so wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne:

  • 1 Portion Hermannteig
  • 1 Tasse Zucker (150 g)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Tasse Milch (150 ml)
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tasse Öl (100 ml)
  • 3 Eier
  • 2 Tassen Mehl (200 g)
  • 1 TL Zimt
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • ca. 100 g Schokolade (gehackt)

 

Alle Zutaten verrühren bis auf Mehl, Backpulver, Nüsse und Schokolade. Unter die gerührte Masse das Mehl gemischt mit Backpulver heben. Anschließend erst Nüsse und Schokolade unterheben.

Den fertigen Teig in eine Backform (z.B. Guglhupf) geben und bei 190 ° C ca. 45-50 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Zum Servieren Puderzucker über den Kuchen streuen.

Lasst ihn euch schmecken!

Es gibt noch unzählige Hermannbackvarianten. Ich habe zum Beispiel mal ein Brot gemacht, das mit Butter und Marmelade wie ein nicht ganz so süßer Stuten schmeckt. Aber im persönlichen Ranking ist der Kuchen einfach unschlagbar.

 

Hier habt ihr die Anleitung für die Hermann-Babys zum Ausdrucken, so könnt ihr eurer Freundin gleich einen Text dazulegen: Hermann_Anleitung

Rezept_Hermann

Hermann_Anleitung

 

6 Gedanken zu “Hermann, der Kult-Kuchen – ein Revival

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